„Outsider Art“ ist ein Begriff, den der britische Kunstkritiker Roger Cardinal Anfang der 1970er Jahre prägt, um die Produktion von Kunst entlang und jenseits dieser Grenzen zu beschreiben. Von der „Bildnerei der Geisteskranken“ spricht noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts Hans Prinzhorn, einer der theoretischen Pioniere. Die Bezeichnung „Art brut“ wählt der Künstler Jean Dubuffet, um vor allem die rohe Ursprünglichkeit, die er in diesen Werken ausmacht, zu manifestieren. Als „zustandsgebundene Kunst“ will der Wiener Psychiater Leo Navratil die Arbeiten in den 1970er Jahren benannt wissen. Darüber hinaus finden sich Bezeichnungen wie Self-taught Art, Raw Art, Vernacular Art, Visionary Art, Folk Art oder Deviante Kunst, um nur die gängigsten Begriffe anzuführen. In jüngster Zeit spricht man auch von neurodivers. Cardinals Benennung Outsider Art, die manchem vielleicht zu stark auf die Randständigkeit dieser Kunst verweist, ermöglicht allerdings im Gegensatz zu den anderen gängigen Begriffen eine Befragung der Werke nicht nur in ästhetischen, sondern auch in sozialen Begrifflichkeiten; nicht unerheblich bei einer Kunst, die sich eben nicht allein durch die Form, sondern auch und gerade durch den besonderen Charakter ihrer Produktion auszeichnet. (Quelle: Schirn Kunsthalle, Frankfurt zur Ausstellung „Weltenwandler“, 2010)

Die Künstlerinnen und Künstler der Artothek Hannover

Unsere Kunst bedient sich aktuell aus dem Bilderfundus der AuE-Kreativschule e.V. (AuE) Ein Verein, der Menschen mit psychischer Beeinträchtigung die Möglichkeit gibt, Kunst zu schaffen. Die Gruppe der AuE-Künstler traf sich über 20 Jahre im Sprengel Museum zum Malen. Die Künstlerinnen und Künstler sind von AuE entdeckt worden.

Ausstellungbeteiligungen von 1990-2012 (eine Auswahl ):

„Wenn der Mond einen Hof hat, Künstler aus dem Langzeitbereich der Psychiatrie“, Sprengel Museum.

„Grün ist Rote Beete“ Museum für Outsiderkunst, Schleswig

„Malerkünstler – Markus Marchewka – Willi Koplin – Eibo Reents – Robert Picker“ Sprengel Museum Hannover

„Palast in Wirklichkeit“ Galerie Falkenberg, Hannover

„Bilder von Eibo Reents“ KUNST KÖLN (Art Brut) Internationale Kunstmesse, Köln

„Elementarkräfte“ Schaffen und Werk psychiatrieerfahrener Künstler über 100 Jahre. Ausstellung im Kubus Beteiligung von 3 AuE-Künstlern

„Porträt“ Ausstellung im Kultusministerium

„Über die Unsterblichkeit der Maikäfer II“ Ausstellung im SofaLoft

„Colour my life“ Ausstellung im Theater an der Glocksee

„Verrückt in Form“ Kunstausstellung in der Ärztekammer Niedersachsen